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Neurergus kaiseri




Zagrosmolch - Neurergus kaiseri (Schmidt, 1952)

Schutzstatus:
Der Zagrosmolch wurde von der IUCN seit 2006 als CR (Critically Endangered) gelistet, wurde 2016 auf Grund von neuen Vorkommen zu VU (Vulnerable) herabgestuft.
Die Art unterliegt der Konvention zum internationalen Handel mit bedrohten Arten (CITES) und isst in Anhang A gelistet. Erworbene Tiere müssen also die notwendigen CITES-Papiere besitzen und anschließend bei der jewweiligen  Behörde (z.B. in Bayern die Untere Naturschutzbehörde/Landratsamt) gemeldet werden.

Verbreitung:
Die Art kommt in den zentralen Zagros-Bergen des Irans vor, wo sie in den Provinzen Lorestan und Khuzestan ab 385 m - 1500 m verbreitet ist. Bis vor wenigen Jahren war die Art nur von vier Fließgewässern bekannt, allerdings wurde sie mittlerweile in 40 weiteren Gewässern nachgewiesen, wodurch ihr Verbreitungsgebiet (Extent of occurence) von ehemals 250m2 auf ca. 9398 m2 geschätzt wird und möglicherweise ist das Verbreitungsgebiet sogar noch um einiges größer als man bisher annimmt. Die Gesamtpopulationsgröße ist jedoch sehr schwer abzuschätzen, da die Art teils sehr verborgen im ausgehöhlten Karstgestein lebt. Man geht momentan jedoch von mindestens 10000 erwachsenen Individuen aus. Die Population ist jedoch leider stark fragmentiert und weist sogar genetische Unterschiede entlang ihres Verbreitungsgebietes auf, was auf die relativ geringe Mobilität und den daraus resultierenden nicht vorhandenen Genaustausch zwischen den Populationen zurückzuführen ist.

Systematik:
Die Gattung Neurergus umfasst folgende Taxa:
- N. crocatus
- N. derjugini
- N. kaiseri
- N. microspilotus (diese Art ist vermutlich als Unterart von N. derjugini zu betrachten)
- N. strauchii (zwei Unterarten: ssp. strauchii und ssp. barani)

..und ist in etwa mit dem kurdischen Siedlungsgebeit identisch, weshalb sie im deutschen auch Kurdische Gebirgsbachmolche heißen.

Habitat und Ökologie:
Der Zagrosmolch lebt so gut wie rein aquatisch und bewohnt verschiedenste Fließgewässsser, wird jedoch auch in Viehtränken gefunden. Die Fließgewwäser in seinem Verbreitungsgebiet sind meist von felsigen, offenen Waldflächen umgeben, welche von Quercus brantii (Persische Eiche) und Pistacia spp. (Pistazie) dominiert werden.

Hauptbedrohungsfaktoren:
Die Art ist massiv durch den illegalen Haustierhandel (national, sowie international), Habitatdegradation und -zerstörung (z.B. Entwaldung, Nutzung für die Viehzucht und Landwirtschft), eingechleppte Fischarten, Errichtung von Dämmen, törung (z.B. durch Tourismus) und Verschmutzung bedroht. Zudem sind mehr oder weniger alle Vorkommen durch die Austrocknung der Wohngeäer bedroht.

Terrarium/Aquarium:
Ich pflege zur Zeit fünf adulte Tiere in einem Exo-Terra Becken mit den Maßen 40*40*60cm (L*B*H). Die Höhe des Terrariums ist jedoch eher unwichtig, da die Tiere das Wasser kaum verlassen und sich meist auf dem Bodengrund des Wassserteils bewegen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 15 und 23°C liegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schwanzlurchen ist der Zagrosmolch relativ tolerant gegenüber Temperaturschwankungen und verträgt kurzzeitig auch wärmeres Wasser gut, dennoch sollten zu hohe Werte langfristig vermieden werden. EAuf eine Beckenbeleuchtung sollte daher verzichtet werden. Bei mir steht das Aquaterrarium in einer halbschattigen Ecke des Zimmers. Zur Reinigung des Wasserteils sollte ein kleiner Filter installiert werden. Bei mir läuft der Innenfilter auf mittlerer Stärke und verursacht so zudem eine leichte Strömung. Der Bodengrund besteht aus einer dünnen, feinkörnigen Kiesschicht. Die Einrichtung beinhaltet zahlreiche Natursteinaufbauten. Es sollte darauf geachtet werden, dass viele Spalten und Höhlen vorhanden sind in denen sich die Molche zurückziehen können. Die Steine sollten nicht scharfkantig sein und so stabil stehen, dass sie nicht wackeln und auch bei größeren Erschütterungen nicht verrutschen. Auf Wasserpflanzen sollte verzichtet werden, da diese im natürlichen Habitat so gut wie nicht vorhanden ssind. Ich habe die Steine so positioniert, dass einige von ihnen mit den Spitzen aus dem Wasser ragen und so kleine Inseln bilden, falls die Molche einen Landgang wagen wollen. Vorher habe ich einen aus Kies aufgeschütteten Landteil angeboten, dieser wurde jedoch nicht genutzt.

Ernährung:
Ich verfüttere hauptsächlich gefrorene rote Mückenlarven. Ähnliches Lebend- oder Frostfutter wird aber auch genommen. Man vermutet, dass sich die Tiere in der Natur hauptsächlich von Gammarus ernähren.

Zucht:
Da meine Tiere noch subadult sind ist mir die Zucht noch nicht gelungen.

Verhalten:
Die Tiere sind sehr friedlich und zeigen keine intraspezifische Aggression, weshalb eine Gruppenhaltung problemlos möglich ist. Die Tiere sind gerade bei Futtergabe äußerst aktiv und zeigen sich sowohl Tags wie auch Nacht wobei die Hauptaktivität eher Nachts stattfindet.

Quellen und weiterführendete Literatur:
- IUCN (Status 7.5.2017)
http://www.iucnredlist.org/details/59450/0

- Schneider, C., & Schneider, W. (2011). The Kurdistan newts of the Genus Neurergus in Iraq (Caudata: Salamandridae). HERPETOZOA, 23(3-4), 3-20.







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