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Eirenis spp. - Zwergnattern

Kopfbinden-Zwergnatter mit georgischem Ursprung, die aus einer Wetbox spitzt


Die Zwegnattern der Gattung Eirenis sind kleine insektenfressende Schlangen aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Ihre Haltung ist relativ einfach, auf Grund ihrer versteckten Lebensweise, ihrer meist "schlichten" Färbung und ihrem starken Ausbruchstalent jedoch eher für Liebhaber zu empfehlen. Gerade die Kopfbinden-Zwegnatter (E. modestus) erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit und wird häufiger auch als NZ im Handel angeboten. Gelegentlich findet man auch die sehr kleine Halsband-Zwegnatter (E. collaris) sowie die recht hübsch gezeichnete Armenische Zwegnatter (E. punctatolineatus)


Kopfbinden-Zwergnatter - Eirenis modestus modestus (Martin, 1838)

Größe:

bis etwa 50 cm

Schutzstatus:
Alle europäischen Reptilienarten, daher auch Eirenis spp., sind durch die BArtSSchV Novellierung als besonders geschützt geführt, sofern sie nicht seperat gelistet sind (nur E. modestus und E. collaris, Stand Juli 2018). E. modestus im speziellen ist durch die BArtSchV gesondert geführt und als streng geschützt gelistet, Zudem ist die Art im Anhang 4 der FFH-Richtlinie. Dies bedeutet für den Halter, dass ein Herkunftsnachweis bzw. ein Zuchtnachweis der Tiere vorhanden sein muss und dass man sie bei der zuständigen Behörde (oft UNB) anmelden muss.
Die Kopfbinden-Zwergnatter ist ssehr versteckt lebend und daher ist ihre genaue Populationsgröße in den meisten Gebieten unbekannt und schwer einzuschätzen, dennoch gilt sie als häufige Art und wird ssie von der IUCN als "Least Concrn" (Nicht gefährdet) mit einem stabilen Populationstrend eingestuft.

Verbreitung:
Die Art siedelt in einem großen Verbreitungsgebiet, welches Armenien, Aserbaijan, Georgien, Griechenland (die östlichen Inseln), Russland, Syrien und die Türkei umfasst. Zudem wurde sie wieder in Andorra eingeführt.
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Systematik:
Folgt...


Habitat und Ökologie:
Die Art bevorzugt trockenes, felsigess Habitat mit wenig Vegetatioon wie Trockenhänge. Sie kommt jedoch auch in lichten Wäldern und Kulturland vor, wo sie unter Steinen zu finden ist. Im Gebirge steigt sie bis auf 2500m auf.

Hauptbedrohungsfaktoren:
Keine bekannt

Terrarium
Ich pflege meine Gruppe von der Zeit vier adulten Tieren in einem 60*30*30 cm großen OSB-Terrarium. Dies mag auf den ersten Blick zu klein erscheinen, doch da die Art sehr versteckt lebt und auch noch sehr gesellig ist kriegt man dennoch wenig von den Tieren mit, da sie meist zusammen in Gruppen unter den Steinen liegen. Ich habe sie vorher in einem 100*50*50cm gepflegt und dann aus den genannten Gründen in ein kleineres Becken umgesetzt...nun sieht man sie wenigstens gelegetlich mal. Als Substrat verwende ich normale Gartenerde, die ich zum Großteil recht trocken halte, außer im Bereich der Pflanzen. Das Terrarium enthält viele Versteckmöglichkeiten bestehend aus einem großen Steinhaufen, einer Korkröhre und ist durch die künsstliche Felsrückwand gut strukturiert. Zudem biete ich eine Trinkschale. Die Bepflanzung besteht aus einer Haworthia fasciata. Ein feuchtes Plätzchen für die Eiablage oder als Rückzugsort sollte immer angeboten werden, ansonsten sollte man die Tiere eher trocken halten. Eine zu feuchte Haltung kann zum Tod gerade bei Jungtiren führen.
Ich belleuchte mit einer Osram T8 Röhre. Auf Grund der sehr versteckten Lebensweise habe ich bewusst auf eine teure Beleuchtung verzichtet. Die Röhre liegt direkt auf dem Gazedeckel des Terrariums auf, wodurch sich die Einrichtung im oberen des Beckens durchaus aufwärmt und auch gelegetnlich mal als Liegeplatz genutzt wird.
Achtung: Alle Zwegnattern sind Ausbrecherkönige. Ein Terrarium, gerade für Jungschlangen sollte wirklich komplett dicht sein. Mir ist innerhalb von einer Nacht mal eine 6er Gruppe junger E. collaris aus einem 30er ExoTerra ausgebrochen, welches ich eigentlich als vollkommen dicht erachtet hatte. Leider hatte ich nicht bemerkt, dass neben den Clips im Deckel ca. 3mm große Abstände sind. Für die Aufzucht von Jungschlangen eignen sich Faunaboxen recht gut, da es hier schon mal keine sich überlappenden Scheiben gibt.

Ernährung:
Ich verfüttere hauptsächlich Heimchen, gelegentlich auch mal andere Grillen. Mehlwürmer und -käfer werden nicht genommen. Meine Erfahrungen decken sich mit denen eines mir bekannten Halters, welcher zudem noch Shhokoschaben versuchte, die jedoch auch verweigert wurden. In der Natur fressen Zwegnattern neben diversen Arthropoden auch kleine Echsen.

Zucht:
Noch keine Erfahrungen. Laut Literatur werden die Gelege aus 3-8 Eiern im (Spät)sommer unter Steinen abgesetzt.

Verhalten:
Sehr versteckte kleine Schlangenart, die leider nur selten gut zu beobachten ist. Gelegetnlich erwischt man mal ein Tier beim Sonnenbad oder beim plündern der Heimchendose. Ansonsten sieht man meist nur ein Köpfchen aus ihrem Versteck gucken. In der Literatur wird die Art als recht langsam beschrieben sobald man sie entdeckt, dies kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, sobald man die Tiere ergreifen möchte fliehen sie blitzschnell und hektisch (Achtung: Mir sind so schon Tiere aus dem Terrarium "geschossen"!), der englische Name Dwarf Racer (in etwa Zwegrenner) ist sehr zutreffend. Gebissen wird glücklicherweise nur selten, wobei dies aufs Individuum ankommt. Dies ist aber nicht sonderlich schlimm, da die Art durch ihre geringe Größe und ihre Anpassung an die Insektenjagd keine starke Kiefermuskulatur hat und nicht durch die Haut dringt.


Quellen und weiterführendete Literatur:
IUCN-Seite:
https://www.iucnredlist.org/details/157292/0




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