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Spirobolida und Julida

Die Haltung von Diplopoden erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dies liegt unter anderem daran, dass die meisten Arten mit relativ kleinen Terrarien auskommen und das Farb- und Größenspektrum riesig ist.
Das Temperaturoptimum der meisten Arten liegt zwischen 20 und 26°C, daher wird auch keine Beheizung von Außen benötigt.
Da Tausendfüßer eher nachtaktiv sind ist auch keine extra Beleuchtung nötig, ein Tag-Nacht-Rhythmus sollte jedoch gegeben sein.


Portrait von Telodeinopus aoutii. Gut zu erkennen sind die Einfachaugen (Ocellen).

Im Großen und Ganzen sind Tausendfüßer sehr dankbare Pfleglinge, zumindest solange man die Basics beachtet. Leider gibt es auch viele Fehlinformationen über die hübschen Vielbeiner.

Hier mal ein paar dieser "Lügen":
-Diplopoda sind nicht "giftig"!
Viele Arten können jedoch ein Wehrsekret absondern, je nach Art und Individuum kann dieses mehr oder minder potent sein, meist färbt es bei Kontakt jedoch lediglich die Haut. Kontakt mit den Schleimhäuten sollte natürlich vermieden werden. Es besteht jedoch keine Gefahr für den Menschen (Allergiker sollten natürlich trotzdem aufpassen).

-Geben Tausendfüßer wirklich Blausäure ab? Ja und nein...Polydesmida (Bandfüßer) geben zur Verteidigung ein gasförmiges, blausäurehaltiges Wehrsekret ab (riecht dann immer so schön nach Bittermandel). Die anderen für die Terraristik relevanten Gruppen geben keine Blausäure ab. Das Sekret der meisten Juliformia (Schnurfüßer) besteht aus Chinonen. Sphaerotheriida (Riesenkugler) können kein Wehrsekret abgeben.

-Tausendfüßer sind herbivor und detritivor, also Pflanzen-und Substratfresser. Sie ernähren sich von verrottetem Laub, weißfaulem Holz, Obst, Gemüse etc. (im Gegensatz zu den Hundertfüßern (Chilopoda)). Ausnahme sind Vertreter der Ordnung Callipodida. Diese ernähren sich räuberisch, sind in der Terraristik allerdings so gut wie nicht zu bekommen.

-Diplopoden sind nicht schleimig! Sie haben ein festes Exoskelett.

-Oft werden Hundert- und Tausendfüßer miteinander verwechselt. Diese beiden Gruppen sind jedoch komplett unterschiedlich. Hundertfüßer (Chilopoda) sind zwar mit den Diplopoda verwandt und werden mit diesen zur Überklasse der Myriapoda zusammengefasst, jedoch sind die Lebens- und Verhaltensweisen sehr unterschiedlich. Beide Klassen lassen sich sehr einfach unterscheiden, Diplopoda haben zwei Beinpaare pro Segment (Diplopoda=Doppelfüßer), Hundertfüßer dagegen nur eines.

- vom Tausendfüßer als Gesundheitspolizist oder Reinigungskraft im Terrarium ist abzuraten. Die meisten Terrarien von Echsen und Amphibien sind nicht auf die Pflege von Diplopoden ausgelegt. Es beginnt schon beim falschen Substrat (Kokoshumus ist vollkommen ungeeignet!), zu niedrige Substrathöhe, zu trockene Haltung, falsches Futter und bei einem falsch gewählten WG-Partner zieht der friedliche Füßer meist den Kürzeren.


In der Terraristik sind vorallem die Juliformia (Schnurfüßer) bedeutend, allerdings werden auch Bandfüßer (Polydesmida), Saftkugler (Glomerida) und Riesenkugler (Sphaerotheriida) gehalten.

Systematik:
Hier ein wenig Systematik der für uns relevanten Gruppen.

Überklasse: Myriapoda
   Klasse: Chilopoda (Hundertfüßer)
   Klasse: Diplopoda (Tausendfüßer)
      Unterklasse: Pentazonia
         Ordnung: Glomerida (Saftkugler)
         Ordnung: Sphaerotheriida (Riesenkugler)
      Unterklasse: Helminthomorpha
         Überordnung: Merocheta
            Ordnung: Polydesmida (Bandfüßer)
         Überordnung: Juliformia (Schnurfüßer)
            Ordnung: Julida
            Ordnung: Spirostreptida
               Überfamilie: Spirostreptidea
                  Familie: Harpagophoridae
                  Familie: Spirostreptidae
               Überfamilie: Odontopygidea
            Ordnung: Spirobolida


Juliformia (Schnurfüßer) sind sozusagen die "eigentlichen Tausendfüßer". In der Terraristik sind drei Ordnungen relevant.
-Julida:
kleine bis mittelgroße Arten, meist aus Europa
-Spirobolida:
kleine bis große Arten, meist dick und kurze Beine, aus den Tropen
-Spirostreptida:
kleine bis große Arten, meist schlank und lange Beine, aus den Tropen


Fütterung (Gurke und Fischsticks) im
Asienbecken: Harpagophoridae sp. (schwarz mit gelben Beinen), Salpidobolus sp. ex Irian Jaya (dick und grau), Tonkinbolus caudulanus (schlank)


Polydesmida (Bandfüßer) sehen noch etwas skurriler als Schnurfüßer aus, sind aber auch eher für den fortgeschrittenen Füßerfetischisten zu empfehlen. Die meisten Arten nehmen kein Ersatzfutter an und brauchen daher immer genug organisches Material im Becken. Bandfüßerlarven ernähren sich in den ersten Larvenstadien von Pilzhyphen. Wenn nicht genügend verpilztes Material (weißfaules Holz; von Pilzmycel durchsetztes Laub) im Terrarium ist, führt dies zu hohen Ausfällen. Bis jetzt wurden nur wenige Polydesmiden erfolgreich gezüchtet. Für den Anfänger gilt: Hände weg!

Coromus vittatus vittatus

Rhododesmus mastophorus mastophorus an einem Stück Gurke
Rhododesmus mastophorus mastophorus ganz nah...


Orthomorphella pekuensis aus Taiwan

Sphaerotheriida (Riesenkugler) sehen zwar sehr beeindruckend und faszinierend aus, allerdings ist von den meisten Arten abzuraten, da sie selbst bei sehr erfahrenen Züchtern und Haltern eingehen. Es gibt einige wenige Arten die sich für die Haltung im Terrarium mehr oder weniger gut "eignen", dies wäre z.B. Arthrospaera cf. brandtii (bei dieser Art ist glücklicherweise schon die NZ gelungen).
Von den madagassischen Kuglern ist VOLLKOMMEN ABZURATEN, diese Tiere sind bis jetzt IMMER eingegangen.
Wenn man es mit Kuglern probieren möchte, dann sollte man Saftkugler (Glomerida) oder asiatische Arten nehmen, diese sind nicht so sensibel wie die Madagassen.
Dies ist allerdings auch nur zu empfehlen, wenn man bereits Erfahrung mit Diplopoden und sich sehr gut über die Haltung informiert hat.
Acfb ausgekugelt
ein aktiver Arthrosphaera


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